Verbotener Traum
Es ist verrückt, wie ein einzelner Gedanke einen ganzen Abend verändern kann.
Ich sitze allein da, tue so, als würde ich mich auf irgendetwas konzentrieren, aber in Wahrheit kreisen meine Gedanken nur um ihn. Um diesen Blick. Dieses gefährlich ruhige Lächeln. Die Art, wie er manchmal viel zu nah an mir vorbeigeht, ohne mich überhaupt zu berühren — und trotzdem bleibt etwas auf meiner Haut zurück.
Vielleicht genau deshalb fühlt es sich so verboten an.
Weil ich genau weiß, dass ich diesen Kuss nicht wollen sollte.
Und ihn trotzdem will.
Nicht hektisch. Nicht wild. Sondern langsam. Spannend. So ein Kuss, bei dem man vorher sekundenlang nur den Atem des anderen spürt. Dieses Zögern kurz davor. Dieses stille „Wir sollten das nicht tun“ — während beide längst wissen, dass es gleich passiert.
Allein die Vorstellung macht mich nervös.
Ich stelle mir vor, wie seine Hand sanft an meiner Taille liegt, wie sein Blick erst auf meinen L****n hängen bleibt und ich genau in diesem Moment vergesse, vernünftig zu sein.
Vielleicht wäre der erste Kuss sogar ganz weich. Fast vorsichtig.
Und genau das würde es nur noch schlimmer machen.
Denn manche Fantasien leben nicht davon, wie weit sie gehen. Sondern davon, dass sie eigentlich niemals passieren dürften.


