Kleiner Flug
Eingekuschelt sitzt sie da und liest.
Zumindest versucht sie es.
Immer wieder verlieren sich ihre Gedanken zwischen den Zeilen, wandern irgendwohin, wo das Buch sie nicht mehr erreichen kann.
Irgendwann lehnt sie sich zurück und schließt die Augen.
Keine Ablenkung mehr.
Sie atmet tief ein, lässt die Luft langsam wieder entweichen und seufzt ganz leise.
Dann beginnt sie, den Bildern zu folgen.
Den kleinen Bewegungen. Den F****rspitzen, die in ihrer Fantasie wie ein sanfter Hauch über ihre Haut gleiten und eine kaum sichtbare Spur hinterlassen.
Sie könnte den Gedanken wegschieben.
Aber warum eigentlich?
Wenn es sich doch so schön anfühlt, einfach langsam darin zu versinken. Sich treiben zu lassen, bis die Wirklichkeit leiser wird und nur noch dieses warme Kribbeln bleibt.
Vielleicht muss sie nicht immer wissen, wohin ihre Gedanken führen.
Vielleicht darf sie ihnen einfach folgen.
Dorthin, wo sie ihre Flügel versteckt hat.








